Viel Zeit für individuelle Redaktionsgespräche
15. Juni 2026
Ein breites Produktportfolio stellt KMUs vor kommunikative Herausforderungen. Wie lässt sich die Vielfalt der Produkte effizient unterschiedlichen Redakteur:innen präsentieren? Messen sind eine Möglichkeit. Dort sind Redakteur:innen aber oft in Eile. Pressekonferenzen im eigenen Haus werden wegen der dünn besetzten Redaktionen immer seltener besucht. Oft stehen Aufwand und Nutzen in keinem sinnvollen Verhältnis. Johanna Hoeflich, Teamleitung Marketing und PR bei EBE sensors + motion, hat einen dritten Weg probiert: die Teilnahme bei den Fachpressetagen und zwar mit einem Pressegesprächstisch. Im Interview spricht sie mit unserer Kollegin Nora Crocoll über ihre Erfahrungen.
Crocoll: Frau Hoeflich, vielen Dank, dass Sie sich Zeit für ein Interview nehmen. Bevor wir über die Fachpressetage sprechen, sagen Sie uns doch bitte zuerst, was macht die EBE sensors + motion?
Hoeflich: Sehr gerne. Kurz gesagt: Wir entwickeln Sensortechnologien, HMI-Komponenten und Mechatronik-Lösungen. EBE ist Partner von OEMs und Serienproduzenten. Für sie entwickeln und fertigen wir Sensoren für Fluide sowie Touch-Sensoren und Positions-Sensoren für anspruchsvolle Anwendungsgebiete. Wir bieten ein breites Sortiment an Encodern, Drehschaltern und Sensortasten. Eingesetzt werden unsere Produkte hauptsächlich in der Industrie, der Medizintechnik, in Haushaltsgeräten und im Segment Mobilität, vor allem dem Sonderfahrzeugbau.
Crocoll: Wie haben Sie von den Fachpressetagen des Redaktionsbüro Stutensee (RBS) erfahren? Und was hat Sie dazu bewogen, das Format auszuprobieren?
Hoeflich: Pressearbeit ist ein Bereich, für den mein Team zuständig ist. Hier unterstützt uns Doris Tischer von Tischer Marketing unter anderem beim Sichten von Redaktionsplänen, z. B. wann und wo für uns interessante Themenschwerpunkte vorgesehen sind. Sie hält für uns den Kontakt zu Fachredaktionen und begleitet mich auf Messen. Mit ihr war ich bereits auf Fachpressetagen, bei denen der Fokus auf der Sensorik lag. Unser Produktportfolio ist aber vielfältiger. Deshalb hat uns Frau Tischer die Fachpressetage vom RBS empfohlen. Hier ist das Spektrum der vertretenen Redaktionen inhaltlich sehr breitgefächert.
Crocoll: Weshalb haben Sie sich für die Teilnahme mit einem Pressegesprächstisch entschieden und nicht mit einem Vortrag?
Hoeflich: Das hat mehrere Gründe. Zum einen schätze ich den direkten Kontakt mit den Redakteurinnen und Redakteuren sehr. Hier war mein Eindruck, dass die Kontaktpflege am Pressegesprächstisch noch besser funktioniert als über einen Vortrag und die Gespräche in der Pause. Ein weiterer Grund ist unser breites Produktportfolio. In einem Vortrag hätten wir einen Schwerpunkt setzen müssen und ich hatte die Angst, dass dadurch andere wichtige Themen auf der Strecke bleiben. Tatsächlich haben unsere Produktbereiche wenig Überschneidungen in Bezug auf die Branchen, in denen sie eingesetzt werden. An unserem Tisch konnten wir verschiedene Bereiche über entsprechende Handmuster präsentieren.
Crocoll: Welches Produkt hat das größte Interesse geweckt?
Hoeflich: Es gab kein Produkt, das besonders herausgestochen ist. Vielmehr konnten wir sehr individuell auf die Interessen der Redakteure und Redakteurinnen eingehen, die uns an unserem Tisch besuchten. Manche waren überrascht, dass wir auch für ihren Bereich geeignete Themen im Programm haben. Hier konnten wir gute neue Kontakte knüpfen.
Crocoll: Wie haben Sie die Atmosphäre an Ihrem Pressegesprächstisch erlebt?
Hoeflich: Sehr interessiert und lebendig. In der vortragsfreien Zeit waren wir sehr gut beschäftigt, weil am Pressegesprächstisch immer was los war.
Crocoll: Gab es einen Moment oder ein Gespräch während oder nach den Fachpressetagen, bei dem Sie gemerkt haben: „Das hat sich wirklich gelohnt.“?
Hoeflich: Ja, rückblickend haben wir gesehen, dass zwei, drei – nein sogar vier sehr gute, intensive Kontakte entstanden sind. Hier wollen wir künftig mehr zusammenarbeiten bzw. wir haben bereits Themen festgelegt, die wir gemeinsam erarbeiten wollen. Es ist schön zu sehen, dass die Redaktionen wirkliches Interesse haben, das über die Fachpressetage hinaus geht.
Crocoll: Was würden Sie Unternehmen sagen, die überlegen, mit einem Pressegesprächstisch an den Fachpressetagen teilzunehmen, aber noch zögern?
Hoeflich: Für uns war der beste Weg, es einfach auszuprobieren. Natürlich kann ich für niemanden garantieren, dass das zu hundert Prozent das Richtige ist. Das findet man durch Ausprobieren am besten heraus.
Für uns hat es super gepasst. Wir wollen nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein. Allerdings sind wir noch am Überlegen, wie wir im kommenden Jahr teilnehmen wollen. Unsere Erfahrungen mit dem Tisch waren super. Gleichzeitig wurde in den Gesprächen deutlich, dass die Redakteurinnen und Redakteure auch die Vorträge sehr schätzen, weil hier technisch tiefer gegangen werden kann.
Probieren Sie es doch einfach mal aus!
Die Kontakte, die Sie bei den Fachpressetagen knüpfen, werden Ihre PR nachhaltig bereichern.
Crocoll: Wie haben Sie die Fachpressetage über Ihren Pressegesprächstisch hinaus erlebt?
Hoeflich: Alle waren sehr begeistert. Es war bisweilen fast so eine Klassentreffen-Stimmung, weil viele zusammenkamen, die sich schon kannten. Aber auch neue kamen dazu und es hat sich gut durchmischt. Die Redakteurinnen und Redakteure haben mir gespiegelt, dass der Termin sehr gut passt, weil das Jahr gerade noch etwas ruhiger startet. Leider konnte ich bei der Abendveranstaltung nicht dabei sein, aber ich kann mir gut vorstellen, dass man hier die geschlossenen Kontakte noch besser vertiefen kann.
Insgesamt war die Veranstaltung sehr gut organisiert und es gab viele nützliche Details: Die Presseboxen beispielsweise, in die alle Teilnehmenden ihr Pressematerial einlegen konnten. So konnten wir auch in Kontakt mit Redaktionen treten, mit denen wir nicht direkt ins Gespräch gekommen waren. Auch das Online-Portal ist sehr hilfreich, bei dem Redakteurinnen und Redakteuren das Pressematerial in digitaler Form bereitgestellt wird. Dass man hier einen Überblick hat, wer wann anwesend ist, ist für die Gesprächsplanung ebenfalls sehr hilfreich.
Crocoll: Wie hat sich Ihr Kontakt zu den Redakteurinnen und Redakteuren der Fachpresse durch ihre Teilnahme an den Fachpressetagen verändert?
Hoeflich: Wir hatten ja über die Messen und den Sensorik-Fachpressetag etliche gute Kontakte. Diese konnten wir auf den Fachpressetagen des RBS vertiefen, aber auch neue Kontakte knüpfen. Wir haben nach der Veranstaltung unseren Redaktionsverteiler noch einmal erweitert mit den neuen Redaktionen, die wir kennen lernen konnten. Sie können uns als Unternehmen jetzt besser einordnen. Und an verschiedenen Punkten ist eben eine gute Zusammenarbeit entstanden.
Crocoll: Das klingt wirklich nach einer lohnenswerten Teilnahme. Vielen Dank, Frau Hoeflich, für das nette Gespräch!
Hoeflich: Sehr gerne!
*Fotos: EBE sensors + motion / rbs Urheber: Niki Hüttner